Wirtschaft erwartet ein trübes WM-Geschäft – Wirtschaft

Fußball

Die Fußballweltmeisterschaft in Katar findet dieses Jahr in einer schrecklichen Zeit des Jahres statt – und zwar in der der Energiekrise und der Inflation. Die WM könnte ein Geschäft für die Wirtschaft werden.

Von DPA

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Public Viewing

Umstrittene Austragungsorte, schlechtes Wetter, Energiekrise und Inflation haben die Aussichten auf die Weltmeisterschaft so gut wie ruiniert.

Foto: DPA/Sébastien Villeneuve

Berlin/Stuttgart (dpa) – Mit Fanschal um den Hals und vor einer großen Leinwand im Biergarten mit Freunden oder Verwandten können Sie die Fußball-WM-Spiele mitfiebern.

Spätestens seit der Geschichte des Sommers 2006 ist die Übertragung großer Turniere vielerorts in Deutschland ein Fußballfest – zumindest bis jetzt. Denn die Weltmeisterschaft ab dem 20. November in Katar hat versprochen, dass es hierzulande kein Fußballfest, sondern eine menschenleere Veranstaltung wird. Kontrastreiche Lage, schlechtes Wetter in Deutschland, Energiekrise und Inflationswolkenaussichten – auch für die heimische Wirtschaft.

„Für den Einzelhandel wäre es sicherlich einfacher gewesen, wenn das Turnier in bewährter Weise im Sommer ausgetragen worden wäre. Und die Situation mit dem Austragungsort Katar ist sicherlich eine besondere“, so ein Sprecher des Deutschen Handels Das teilte der Verband der Deutschen Presse-Agentur mit. Jedes große Sportereignis bringt mehr oder weniger Umsatzauswirkungen auf bestimmte Einzelhandelssektoren mit sich. Und die Fußballweltmeisterschaft ist erfahrungsgemäß besonders motivierend für Fans von Kunst, Trikots und etwas Essen.

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Die WM in Katar sei nicht mit Sportveranstaltungen im eigenen Land zu vergleichen, sagte der Sprecher. „Fan-Events auf öffentlichen Plätzen werden im Winter definitiv weniger häufig sein.“ Zudem verhinderten steigende Energiekosten den Verbrauch. Das WM-Geschäft ist schwer vorherzusagen, weil der Handelsverband noch keine Erfahrung mit einem solchen Turnier hat.

Ein paar Souvenirs, Penny-Sticker und Bier

Laut dem Handelsverband Intersport aus Heilbronn ist die Nachfrage nach WM-Fanartikeln derzeit deutlich eingeschränkter. „Durch den WM-Termin im Winter gibt es keine Public-Viewing-Veranstaltungen und keine Biergärten, in denen viel Stimmung und ein großer Themenbedarf herrschen wird“, sagt Frank Geisler vom Vorstand von Intersport Deutschland. Der Standort wird von Kunden und Intersport kritisch gesehen. “Dennoch gab es weniger Freude.” Auch die Energiekrise und die Inflation spielten eine Rolle, hieß es. “Allerdings erwarten wir auch eine mögliche positive Überraschung.”

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Der Sportartikel- und Bekleidungshersteller Adidas rechnet trotz der normalen Bedingungen mit Millionengeschäften aus der WM – insbesondere das Unternehmen aus Hezognavarch erwarte einen Umsatzschub von bis zu 400 Millionen Euro, teilte ein Sprecher mit. Der Umsatz im Fußballbereich stieg in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 30 %. „Vor der WM 2018 sehen wir eine starke Nachfrage.“

Das Sammelfieber bricht meist vor dem großen Fußballturnier in Deutschland aus. Im Vorfeld der umstrittenen WM sind Bilder berühmter Fußball-Sammlungen jedoch nicht allgemein beliebt und sehr schlecht im Geschäft. .

Diesmal darf deutlich weniger Bier über die Theken und Tresen gehen. „Unsere Branche erwartet von dieser Veranstaltung keine Fortsetzung, man muss sie sehr ernst nehmen“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Brauer-Bunds, Holger Eichel.

Dass die WM im Winter stattfindet, dürfte die Erwartungen der Alkoholiker dämpfen. „Die Sommersaison ist im Grunde der beste Bierseller, während das Turnier auf die kalte Winterzeit verschoben werden sollte, verringert sich die Lust auf kaltes Bier“, sagte eine Sprecherin der Redberger Gruppe. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Nachfrage unter dem Niveau ähnlicher Sportgroßveranstaltungen bleiben wird. Aufgrund der kritischen Lage sollen einige Restaurants angekündigt haben, nicht live zu übertragen.

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Viele Restaurants stehen der WM kritisch gegenüber

Daniel Uhl vom Hotel- und Gaststättenverband Baden-Württemberg bestätigte, dass einige Restaurants die WM in Katar wegen der Menschenrechtslage boykottieren. Ohl erwartet, dass das Gastgewerbe weniger beschäftigt sein wird als gewöhnlich. Als Gründe nannte er die Jahreszeit, den Konflikt mit dem Weihnachtsgeschäft und die kritische Haltung des Restaurants gegenüber der Veranstaltung.

Der Deutsche Fleischer-Verband hält sich mit Prognosen für das WM-Geschäft zurück. „Schwer zu sagen, was einen erwartet“, sagte Reinhard von Stutz von der Verbandsgeschäftsführung. Aufträge kommen kurzfristig und hängen oft vom Spielverlauf ab.

Früher nutzte man gern große Fußballturniere, um sich einen neuen Fernseher zu kaufen – sehr zur Freude der Elektronikindustrie. Ein Sprecher teilte mit, dass die Ingolstädter Elektrofachhandelskette MediaMarktSaturn noch keine spürbaren Umsatzsteigerungen bei TV-Produkten wie bei den vorangegangenen Europa- und Weltmeisterschaften verzeichnen könne.

Abschließend sollte ein Blick auf 2024 die heimische Wirtschaft optimistisch stimmen. Dann findet die Europameisterschaft in Deutschland statt – wie gewohnt im Sommer.

© dpa-infocom, dpa:221112-99-487250/3

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