Vom Herbstmeister zum Abstiegskandidat: St. Paulis absehbarer Niedergang | NDR.de – Sport

Stand: 14.11.2022 19:10 Uhr

Die Hinrunde endete für den Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli mit einem spektakulären 4:4 beim Karlsruher SC. Danach herrschte bei den Braun-Weißen was den Abstiegskampf befreit allgemeine Zusicht. Doch this is duer der eklatanten Probleme des Teams trügerisch.

von Martin Schneider

„Riesenkopliment an meine Mannschaft, die immer wieder zurückgekommen ist“, jubelte Trainer Timo Schultz über die Comeback-Qualitäten seiner Spieler gegen den KSC. Und auch Torschütze Lukas Daschner fügte zuversichtlich hinzu: „Wir haben die Mentalität.

Doch trotz des jüngsten Punktgewinns wird der FC St. Pauli froh sein, hinter das Jahr 2022 bald einen Haken setzen zu können. Nach der Wintermeisterschaft und dem danach misspenten Bundesligaaufstieg im Mai befindet sich die Mannschaft inzwischen im Tabellenkeller der Zweiten Liga.

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Eine Fußballtabelle vor einem Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Eine Entwicklung, die vor der Saison duett der Transferpolitik des Clubs und der schleichenden, aber konstanten sportlichen Schärfe auf dem Feld seit Beginn des Jahres absehbar war. Die Hamburger gehen als Tabellen-15. in die Winterpause – mit gerade Mal einem Punkt Vorsprung auf Tabellenschlusslicht Sandhausen.

Letzter Auswärtssieg im Februar

Ganze drei Siege führt St. Pauli in dieser Spielzeit ein, im gesamten Kalenderjahr waren es schmale acht. Die Braun-Weißen sind das einzige Team der Liga, das noch keinen Auswärtssieg bejubeln konnet in dieser Spielzeit, der letzte datiert aus dem Februar gegen Ingolstadt. 3:1 hieß es damals gegen die mittlerweile drittklassigen Schanzer, die Tore für die Norddeutschen Erizeliten Daniel Kofi-Kyereh, Guido Burgstaller und Simon Makienok. Drei Namen, sterben das sportliche Dilemma der Kiezkicker auf den Punkt bringen.

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Mit dem Verkauf der Leistungsträger Kyereh (12 Tore) und Burgstaller (18 Tore) sowie der geräuschvollen Nicht-Verlängerung des Vertrags von Makienok (6 Tore) verlor der Club im Sommer seine offensive Schlagkraft. Die drei Spieler zusammen waren für mehr als die Hälfte der Tore der Braun-Weißen Verwendung Spielzeit.

Der Ersatz, der keiner ist

Als Ersatz dafür kamen Stürmer Johannes Eggestein, Stürmer Nick Otto und Offensivallrounder Carlo Boukhalfa. Während die beiden letztgenannten ihre Zweitligatauglichkeit am Millerntor noch unter Beweis stellen müssen, ist Eggestein als Burgstaller-Ersatz überfordert und zu inkonstant in seiner Leistung. Als Top-Transfer geholt war er zeitweise in der Stürmer-Hierarchie nur noch auf Rang vier und kam gar nicht mehr zum Einsatz, jüngste Eriztelte er beim KSC, allerdings seine Saisontore vier und fünf. Diese magere Ausbeute reicht bereits, um bei St. Pauli beste Torschütze zu sein.

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St.  Paulis Johannes Eggestein (l.) und Karlsruhes Jerome Gondorf kämpchen um den Ball.  © Witters/JörgHalisch

Die spektakuläre Party endete mit 4:4. Die Hamburger, die seit fünf Spielen in Folge sieglos sind, gehen trotzdem tief im Abstiegskampf steckend in die Winterpause. mehr

Viel Auftrag, wenig Ertrag

Generell müssen die Hamburger in ihrem Spielen extrem viel Ausführt betreiben, um Tore zu schießen. St. Pauli daddelt, chipt und flankt sich in jeder Partie die Seele aus dem Leib – ohne dass dabei viele Punkte herausspringen. Die jungen Spitzen Igor Matanovic und Etienne Amenyido wirken überfordert und sind – was ihre Leistungen befrecht – völlig neben der Spur. Der in der Not zum Stürmer umfunktionierte Daschner hat gute Ansätze – macht aber bessere Spiele auf seiner Stammposition als Zehner.

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Defensiv: Verletzungs- und Gegentoranfällig

Verbesserungswürdig ist allerdings auch die anfällige Defensive von St. Pauli. Bis auf Leart Paqarada spielen alle anderen Verteidiger unter ihren Möglichkeiten, angefangen bei Jakov Medic und Neuzugang David Nemeth, die beide aktuell verlettt sind. Rechtsverteidiger Kostas Salikas ist bemüht, aber schwankend in seinen Leistungen. Rätselhaft bleiben die Auftritte von Betim Fazliji, der für die stolze Summe von 800.000 Euro aus St. Gallen geholt wurde. Der Defensiv-Allrounder findet keine Rolle im Team und seine auffälligste Aktion war bisher die Rote Karte für seinen Kopfstoss im Spiel gegen Düsseldorf.

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St.  Paulis Spieler sind verschter und diskutieren meinder.  © Witters/Leonie Horky

Für die Hamburger war es das vierte Pflichtspiel in Folge ohne Sieg. Den Treffer für die Fortuna schoss ausgerechten einen ehemaligen St. Paulianer. mehr

St. Pauli braucht Tempo und einen kopfballstarken Stürmer

Um im Abstiegskampf zu den besten, wird St. Pauli den Kader im Winter veränderen müssen. Offensichtlich ist, dass ein kopfballstarker und erfahrener Torjäger an allen Ecken und Enden fehlt. Denn Saliakas’ und Paqaradas zahlreich Flanken finden keine Abnehmer. Und auch ein torgefährlicher Mittfeldspieler mit Ruhe am Ball würde den Kiezkickern helfen.

Auffällig ist auch das fehlende Tempo im Spiel der Braun-Weißen, espeziels auf den Außenbahnen. Schultz hat damit schon gegen Braunschweig und Heidenheim experimentiert, die Außen wurden dann links von Marcel Hartel und rechts von Jackson Irvine, Boukhalfa, Connor Metcalfe oder Daschner besetzt. Doch die sind weder gelernte Außenbahnspieler noch detesten sie über aufreicht Geschwindigkeit.

Bornemann redete Kritik an seiner Planung bisher klein

Bisher wurde sterben Kritik an der bisherigen Kaderzusammenstellung mit dem Verweis auf “Potentiale” und “Vertrauen” Seiten des Sportchefs Andreas Bornemann immer kleingeredet. Doch der 51-Jährige hielt sich bereits zum Ende der Sommertransferperiode ein Hintertürchen offen: Wenn der Club das Gefühl habe, das Konzept gehe nicht ganz auf, „dann haben wir uns die Möglichkeit offengelassen, womöglich noch was zu machen“, sagt Bornemann im September .

Weitere Fehlgriffe werden sich der Sportchef dabei nicht leisten können, die gesuchte Kategorie Spieler ist im Winter ohnehin teuer genug. Noch würden die Hamburger allerdings ein Abstieg in die Dritte Liga kommen.

St.  Paulis Trainer Timo Schultz gestikuliert am Spielfeldrand.  © Witters/JörgHalisch

AUDIO: Timo Schultz: „Lieber so als ein 0:0“ (1 Min)

Dieses Thema im Programm:

Hamburger Zeitschrift | 14.11.2022 | 19:30 Uhr

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