Leichte Kursgewinne zum Start: DAX mit China-Bremsspuren


Marktbericht

Stand: 31.10.2022 09:35 Uhr

Schwache Daten aus China verlangsamen das Wachstum der Märkte. Die DAX-Rallye wird immer schlimmer. Der deutsche Leitindex dürfte seine jüngsten Kursgewinne zunächst nur geringfügig steigern.

Von den guten Bedingungen an der Wall Street kann der DAX kaum profitieren. Zum Handelsstart auf XETRA stieg die deutsche Benchmark um 0,1 Prozent auf 12.254 Punkte. Die Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt ist gestoppt. Enttäuschende Daten aus China dämpfen die Risikobereitschaft der Anleger.

Der Test für die DAX-Rallye steht noch aus

So zögert der DAX zunächst, den wichtigen Widerstandsbereich bei 13.500 Punkten zu testen. Diverse alte Hochs und Tiefs verlaufen in einem Gewirr runder Marken, wobei der Trend seit Januar bei rund 13.400 Punkten und der Durchschnitt der vergangenen 38 Wochen bei 13.566 Punkten abwärts geht.

Technische Analysten von HSBC Turnkaus & Burkhardt sprechen daher von einer „Schlüsselzentrale von strategischer Bedeutung“. Entweder schafft der DAX diesen finalen Test für eine DAX-Rallye von den September-Tiefs und eröffnet damit Upside-Potenzial. Oder er prallt an diesem „Umschaltpunkt“ ab und bestätigt damit den übergeordneten Abwärtstrend.

Schwache Daten aus China sorgen für Enttäuschung

Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus China dämpften Anfang der Woche die Kauflaune der Anleger. Der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende und das nicht-verarbeitende Gewerbe fiel im Oktober beide unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten.

„Diese Messwerte deuten darauf hin, dass der Gegenwind durch die Null-Covid-Politik und der Einbruch auf dem Immobilienmarkt die Wirtschaftstätigkeit weiterhin bremsen werden“, erklären die Ökonomen Tommy Wu und Bernd Weidensteiner von der Commerce Bank.

Update der Wirtschaft vom 31.10.2022

Bettina Seidl, HR, 31.10.2022 um 09:46 Uhr

Der Handel an der Wall Street beginnt eine Stunde früher

Schwache Daten aus China drückten auch die US-Futures ins Morgenrot. Futures deuten derzeit auf einen leichten Kursverlust zum Handelsstart an der Wall Street hin. Anders als zu normalen Zeiten findet der Handel an der New Yorker Börse diese Woche entsprechend der Zeitumstellung hierzulande von 14:30 Uhr bis 21:00 Uhr MEZ statt. Am 6. November stellen auch die USA ihre Uhren auf Winterzeit um und beginnen nächste Woche wieder mit dem Handel an der Wall Street von 15:30 bis 21:00 Uhr.

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Dow und Nasdaq verzeichnen starke Gewinne

Am Wochenende ging es an der Wall Street hoch her. Der Leitindex Dow Jones beendete den Handel am Freitag mit einem Plus von 2,6 Prozent bei 32.861 Punkten. Der technologielastige Nasdaq stieg um 2,9 Prozent. Der breitere S&P 500 legte um 2,5 Prozent zu.

Die Anleger begrüßten die Daten zu den Verbraucherausgaben. Sie wurden überraschend um 0,6 Prozent beschleunigt. Gleichzeitig stieg der daraus abgeleitete Preisindex weniger stark als erwartet. Dies verstärkte die Erwartungen der Anleger, dass die Fed ab Dezember mit einer Senkung der Zinssätze beginnen könnte. Für die Notenbanksitzung in dieser Woche rechnen die Börsenmakler jedoch weiterhin mit einer vierteljährlichen Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte im Einklang.

Nikkei schließt mit einem klaren Plus

Positive Kommentare von der Wall Street hatten Anfang der Woche die japanischen Leitindizes beflügelt. Der Nikkei, der 225 Aktien umfasst, schloss 1,8 Prozent höher bei 27.587 Punkten. Nach der Zeitumstellung in Deutschland wird Nikkei in den kommenden Monaten wieder um 7 MCAT geschlossen. In Japan ist das ganze Jahr über Winter.

Euro leicht vor Inflationsdaten gesunken

Die europäische Gemeinschaftswährung verzeichnete am Morgen einen leichten Verlust gegenüber dem Dollar. Ein Euro ist derzeit 0,9934 Dollar wert. Während der Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank letzte Woche erreichte der Euro kurzzeitig Parität mit dem Dollar, konnte diese Gewinne aber nicht halten. Im Tagesverlauf dürfte die vorläufige Inflationsschätzung im Euroraum im Oktober (11 mm) für Bewegung am Devisenmarkt sorgen.

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Schwache Daten aus China belasteten die Ölpreise

Die Ölpreise fielen nach Chinas schwachen Wirtschaftsdaten. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostet heute Morgen 94,80 US-Dollar. Es war 97 Cent niedriger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel West Texas Intermediate (WTI) fiel um 81 Cent auf 87,09 Dollar.

Fresenius und FMC senken Gewinnziele erneut

Im DAX stehen vormittags die Aktien von Fresenius und FMC im Fokus. Schwieriges Amerikageschäft Der Delusius-Konzern belastet FMC und ist damit noch gefürchteter als der Mutterkonzern Fresenius. Fresenius führte auch inflationsbedingte Kostensteigerungen, Personalengpässe und Unterbrechungen der Lieferkette an, die sich auch auf das Patientenverhalten auswirken. Fresenius und FMC haben ihre Gewinnziele für 2022 erneut gesenkt.

Der neue FMC-Chef will den Gewinnrückgang eindämmen

Der neue Chef von Fresenius Medical Care (FMC) will angesichts unerwartet hoher Gewinnmargen handeln. Es sei „unmittelbar notwendig, unser operatives Geschäftswachstum durch weitreichende Maßnahmen zu verbessern“, erklärte Carla Crate gestern Abend. „Wir haben bereits damit begonnen, einen umfassenden Turnaround-Plan zu entwickeln, der eine Kultur der Effizienz und eine klare Verantwortlichkeit beinhalten wird“, sagte Kriwet.

DWS-Boss sieht keinen Fehler in den Informationen zu Green Funds

Die Fondsgesellschaft DWS bestreitet Fehlverhalten beim Klimaschutz. „Es mag stimmen, dass das Thema in der Vergangenheit mit vielen Stimmen angesprochen wurde. Aber wir sind jetzt mit unserer internen Untersuchung fast fertig und stehen zu unseren Finanzberichten und Prognosen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank im Amt war. Seit Juni ist die Tochter Stephen Hopps der „Frankfurter Allgemeinen Sonnetzeitung“ beigetreten.

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Der Swiss-Chef sieht die Lufthansa-Tochter auf dem richtigen Weg

Schweizer Chef Dieter Vranckx ist überzeugt: „Die Schweizer haben die Wende geschafft.“ Die ersten neun Monate des Jahres seien profitabel gewesen, sagte er im Interview mit „SonntagsBlick“. Bis Ende des Jahres will die Lufthansa-Tochter 800 neue Flugbegleiter einstellen, 2023 sollen rund 80 Piloten 1.000 neue Flugbegleiter folgen. „Wir wollen Stabilität für 2023 erreichen“, sagte Vranckx.

Corona-Lockdown: Arbeiter von Apple-Zulieferer Foxconn fliehen

Mitarbeiter von Apples Zulieferer Foxconn in China sind nach dem Corona-Lockdown geflohen. Mehrere Videos von Arbeitern, die das Fabrikgelände des Unternehmens in der ostchinesischen Stadt Zhengzhou verlassen, kursierten am Wochenende in den sozialen Medien. Sie können sehen, wie Menschen manchmal die Mauern erklimmen und mit Koffern und Habseligkeiten von den Feldern weglaufen.

Verifizierte Konten auf Twitter müssen Geld ausgeben

Medienberichten zufolge will Tech-Milliardär Elon Musk nach seiner teuren Twitter-Übernahme mit der Verifizierung von Nutzern Geld verdienen. Gestern Abend berichteten die Technik-Blogs „Platformer“ und „The Verge“, dass das Verifizierungsticket, das die Echtheit des Twitter-Profils garantiert, künftig nur noch für Kunden des Abo-Angebots Twitter Blue verfügbar sein soll. Es kostet derzeit 4,99 $ pro Monat.

Die Credit Suisse beginnt mit der Kapitalbeschaffung

Die Credit Suisse beginnt mit der Umsetzung der letzte Woche angekündigten Kapitalerhöhung. Die Saudi National Bank und andere professionelle Investoren erhalten 462 Millionen neue Aktien zu einem Preis von 3,82 CHF. Der Ausgabepreis für die im Rahmen des Bezugsrechtsangebots bei den bestehenden Aktionären platzierten 889,4 Millionen Aktien beträgt CHF 2,52. Sie können zwei neue Titel für jeweils sieben Aktien erhalten. Insgesamt erwartet die Bank aus der Transaktion einen Bruttoerlös von vier Milliarden Franken.

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