Irans WM-Auftritt: Bewegte Lippen und ein Sieg

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Irans WM-Auftritt: Bewegende Lippen und Sieg

Irans Sardar Azmoun trifft nur den Pfosten. Irans Sardar Azmoun trifft nur den Pfosten.

Irans Sardar Azmoun trifft nur den Pfosten.

Quelle: Manu Fernandez/AP/dpa

Auch im zweiten Spiel der Iraner steht die Politik im Vordergrund. Während die Nationalhymne spielt, stehen die Spieler dieses Mal nicht still auf dem Platz, ihr leidenschaftlicher Einsatz für einen späten Sieg reicht.

ichUnter großem politischen und sportlichen Druck feierte die Fußballnationalmannschaft von Run bei der WM in Katar einen beeindruckenden Last-Minute-Sieg.

Das Team von Trainer Carlos Queiroz gewann gegen Wales mit 2:0 (0:0), nachdem Roozbeh Cheshmi und Ramin Rezaian in der achten und elften Minute der Nachspielzeit getroffen hatten. Der walisische Torhüter Wayne Hennessey wurde in der 86. Minute nach einem plötzlichen Stopp außerhalb des Strafraums gegen Mehdi Taremi die Rote Karte gezeigt.

Beide Mannschaften haben das Potenzial weiter nach vorne zu kommen. Vor 40.875 Zuschauern im Ahmed-Bin-Ali-Stadion von Al-Rajan schwiegen die iranischen Spieler diesmal nicht während der Nationalhymne, sondern bewegten mit ernster Miene sichtlich die Lippen. Die meisten Pfiffe in der Arena wurden verstummt, als eine Videowand einen älteren Fan zeigte, der eine iranische Flagge hielt und untröstlich weinte.

Der Druck auf die Spieler, die zu Hause um das Wohl ihrer Familien fürchten müssen, war vielleicht zu groß: Vor dem 2:6 gegen England hörten sie leise die Stimmen. Daraufhin wurde von Drohungen mit harten Regierungssanktionen berichtet. Seit Wochen wird der Iran von seiner schlechtesten Leistung seit Jahrzehnten erschüttert. Auslöser war der Tod einer jungen Frau in Polizeigewahrsam, und die Sicherheitsbehörden reagierten mit äußerster Härte.

Die Spieler sind sich der möglichen Folgen ihres Handelns in ihren Heimatländern bewusst. Gleichzeitig haben viele Unterstützer der Protestbewegung Irans Team Melli in den vergangenen Wochen scharf kritisiert. Insbesondere ein Foto von ihm in entspannter Stimmung mit Präsident Ibrahim Raisi kurz vor der Abreise sorgte für Empörung. Kritiker bemängelten, dass das Geschehen auf dem Spielfeld zu langsam und zu klein sei.

Vor dem Spiel wurde laut der regierungstreuen Nachrichtenagentur Tasnim die Festnahme des ehemaligen iranischen Nationalspielers Woria Ghafouri bekannt. Dem 35-jährigen Verteidiger wird vorgeworfen, gegen das politische System des Iran gekämpft und die Nationalmannschaft beleidigt zu haben. Diesmal dankte Tasnim den Spielern für das Singen der Nationalhymne.

Der Iran hatte sich bei fünf vorangegangenen Weltmeisterschaften nicht für die Vorrunden qualifiziert. Gegen die Waliser erwischte die Mannschaft einen stürmischen Start – und das ohne den am Kopf verletzten Ali Beiranvand. Der 30-Jährige saß nach einer Verletzung im Auftaktspiel nur auf der Bank. Stattdessen startete gegen England der eingewechselte Hossein Hosseini. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur teilte die Fifa dem iranischen Verband mit, dass der Torhüter nicht spielen soll. Die endgültige Entscheidung über den Einsatz lag jedoch bei der Iranischen Föderation.

Ali Gholizadeh ließ die iranischen Fans nach 15 Minuten für sein Tor jubeln, aber das Tor wurde nach Videobeweis im Abseits gewertet. Im ersten Gruppenspiel spielten die Waliser gegen die USA ein 1:1-Unentschieden. Das EM-Halbfinale 2016 gegen die Iraner war von Beginn an hektisch. Auch Sardar Azmon aus Leverkusen hielt die gegnerische Abwehr auf Trab. Er und sein Stürmerkollege Gholizadeh trafen Sekunden nach der Pause nur den Pfosten.

Auf der anderen Seite konnte Wales’ Superstar Bale fast das gesamte Spiel nicht spielen. Endlich wurde es voll. Hennessey sah eine rote Karte, weil er im Straight Leg gegen Taremi deutlich langsam war – eine klare rote Karte. Schiedsrichter Mario Escobar fügte neun Minuten Nachspielzeit hinzu. Die Iraner versuchten es noch einmal – und wurden zu spät belohnt.

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