Die Chance des Sport als Vorbild: Familie und Job vereinen

Aktualisiert am 13.01.2023 08:09

Familie und Work-Life-Balance ist ein drängendes gesellschaftliches Thema. Wie gut wäre es, wenn der Sport hier vorangehen könnte!

Mara Pfeiffer - FRÜF/Women Talk Fußball
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Wenn Fußballer Väter werden, wiederholen sich oft ähnliche Ereignisse: Bei der Geburt verpasst der Spieler einen wichtigen Termin, worauf Trainer und andere Vereinsfunktionäre mündlich erklären, dass dies ein Problem sein muss. Schließlich gibt es Momente im Leben, die man nicht missen möchte, wie die Geburt des eigenen Kindes.

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Der Spieler selbst lacht, als er Tage später danach gefragt wird, stichelt in die Kameras beeindruckter Sportreporter und erklärt, was für eine unglaubliche Erfahrung es war. Demütig bedankte er sich bei seinem Klub für die Gelegenheit, diesen Moment erleben zu dürfen – und setzte seine Arbeit auf und neben dem Platz wie gewohnt fort.

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Als ich vor einiger Zeit einen Spieler fragte, ob ihm schon mal in den Sinn gekommen sei, Elternzeit zu nehmen, erstickte er fast vor Lachen. Es gab einen peinlichen Moment, als ihm klar wurde, dass meine Frage nicht als Scherz gemeint war. Dann teilte er mir mit freundlichem Nachdruck mit, dass er Profisportler sei.

Gesegnet sind diejenigen, die in der Lage sind, die Elternschaft zu genießen, ohne zuerst ihren Körper zu teilen – und sich dann mit den Nachwirkungen der Schwangerschaft auseinanderzusetzen. “Was können Cis-Männer tun, wenn sie die Schwangerschaft nicht verantworten können?” Fragt vielleicht der eine oder andere genervt. Die Antwort ist einfach: nichts.

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Aber was wir als Gesellschaft tun können, ist, dass es in vielen Berufsgruppen noch immer selbstverständlich ist, dass die Geburt eines Kindes nur etwas für den Gebärenden verändern soll. Warum ist ein Cis-Mann in Elternzeit so unvorstellbar? Und warum gilt das gerade im Sport? Während Mutterschaft früher oft ein automatisches Karriereende bedeutete, werden Väter am wenigsten gefeiert.

Vorbilder sind im Sport wichtig

Jede Sportlerin, die nach der Babypause in ihren Traumberuf zurückkehrt, vor allem auf höchstem Leistungsniveau, macht deshalb etwas Überraschendes: Sie zeigt Wahlfreiheit, die mehr sein muss. Melanie Leupolz, die nach der Geburt ihres Kindes ins Training zurückgekehrt ist und ihren Vertrag beim FC Chelsea verlängert hat, geht diesen Weg derzeit weiter. Auch im Sport sind solche Vorbilder sehr wichtig.

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Selbständig arbeiten und als Familie leben sollten sich nicht ausschließen. Das gilt natürlich nicht nur im Sport, sondern ist aufgrund der hohen Sichtbarkeit im Fußball besonders wichtig.

Deshalb ist die Ausgangslage sehr ernst gemeint, das heißt: Elternzeit im Leistungssport ist genauso wichtig wie der Wiedereinstieg von Sportlerinnen in den Beruf. Schließlich sollen auch Leistungssportler die Möglichkeit haben, diese besondere Zeit mit jungen Menschen zu verbringen, wenn sie dies wünschen.

Es kann ein echtes Vorbild sein, wenn der Sport hier weiter geht.

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