DAX zeitweise unter 15.000: Schaukelbörse geht weiter


Marktbericht

Stand: 25.01.2023 16:20 Uhr

Unter dem Einfluss der aktuellen Berichtssaison versuchen die Aktienmärkte zu handeln, was im Moment nicht gut ist. Der DAX bleibt jedoch über 15.000 Punkten.

Nach einem Aufwärtstrend zu Beginn des Jahres ist der Aktienmarkt in eine Konsolidierungsphase eingetreten, die nun ihren fünften Handelstag in Folge erreicht hat. Heute fiel der DAX zeitweise unter die runde Marke von 15.000 Punkten, steht aber aktuell mit einem Minus von nur 0,4 Prozent moderat unter Druck.

ifo-Index steigt wie erwartet

Auch die aktuellen Daten zum deutschen Geschäftsklima hellten die morgendliche Stimmung nicht auf. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Januar auf 90,2 Punkte nach 88,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchener ifo Institut mitteilt. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg in dieser Größenordnung gerechnet. Allerdings waren die Befragten mit ihrem laufenden Geschäft weniger zufrieden als im Dezember. Andererseits stiegen die Erwartungen für die nächsten sechs Monate. „Die deutsche Wirtschaft startet mit mehr Zuversicht in das neue Jahr“, sagte ifo-Präsident Clemens Fuest.

Die Wall Street startet schwach

An der Wall Street wurde der vorsichtige Ausblick des Softwaregiganten Microsoft von einer jüngsten Kursgewinnchance begleitet. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn verlor der Leitindex Dow Jones 0,8 Prozent.

Der Euro kostet 1,09 Dollar

Äußerungen der Europäischen Zentralbank (EZB), dass weitere Zinserhöhungen im Euroraum anstehen, stärken die europäische Gemeinschaftswährung. Der Euro hat gerade die Marke von 1,09 $ überschritten und setzt damit seine seit mehreren Wochen anhaltende Aufwärtsbewegung fort.

Vor Lagerterminen mehr ölen

Ein Barrel Nordseesorte Brent liegt derzeit bei 86,10 $ und damit etwas höher als gestern. Auf dem Ölmarkt schauen Marktteilnehmer heute auf neue Speicherdaten aus den USA, die oft die Preise bewegen. Gestern Abend meldete der Branchenverband American Petroleum Institute (API) einen weiteren Anstieg, allerdings nicht so stark wie letzte Woche. Am Nachmittag wird das Energieministerium seine wöchentlichen Daten veröffentlichen.

Microsoft unter Druck

Die Microsoft-Aktie steht im frühen US-Geschäft unter Druck, nachdem der US-Aktienmarkt gestern Abend geschlossen hatte, nachdem der Softwareriese seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Angesichts der hohen Inflations- und Rezessionssorgen hat der Konzern deutlich weniger verdient. In den drei Monaten bis Dezember fiel der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf 16,4 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 52,7 Milliarden US-Dollar. Der Ausblick auf das laufende Quartal war enttäuschend, insbesondere angesichts der kürzlich angekündigten Wachstumsverlangsamung bei der starken Cloud-Sparte Azure.

Daimler-Truck auf DAX

Größter DAX-Gewinner ist Daimler Trucks, das von überraschend starken Geschäftszahlen des Lkw-Herstellers Paccar in den USA beflügelt wurde. Paccar-Aktien stiegen gestern um fast 9 Prozent auf ein Rekordhoch.

Auch Lesen :  Gastgewerbe - Neuss - Leere Tische trotz Reservierung: Gastronomen steuern gegen - Wirtschaft

Die Chipindustrie betrachtet ASML

Laut ASML-Daten im Vergleich zu den Niederländern könnte die Infineon-Aktie leicht steigen. Nach einem überraschend starken Quartalsergebnis hat ASML für 2023 starkes Wachstum angekündigt. Der Nettogewinn stieg im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,82 auf 1,77 Milliarden Euro, der Umsatz lag bei 6,43 Milliarden Euro.

Die MTU will elektrische Flugzeugturbinen bauen

Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero rechnet Mitte der 2030er Jahre mit einem elektrischen Passagierflugzeug. Elektromobilität beim Fliegen basiert auf einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom für eine Turbine erzeugt, so Vorstandsvorsitzender Lars Wagner vom „Münchner Merkur“. „Wir streben Brennstoffzellenantriebe für Schiffe an, die 50 bis 100 Passagiere über 1.000 Seemeilen transportieren können – das sind 1.800 km. Das reicht für drei Viertel aller Europarouten“, sagt Wagner.

Rheinmetall auf Rekordhöhe

Die Aktien des Rüstungskonzerns Rheinmetall sind weiterhin hoch. Angesichts der großen Panzerallianz für die Ukraine stieg der MDX-Titel zeitweise auf ein Rekordhoch von 232 Euro. Während die Lieferung von Leopard-Panzern nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf den Industrie- und Verteidigungskonzern haben wird, wird der Schritt die Stimmung der Anleger in Bezug auf die Aktie stark unterstützen, sagte ein Händler. Denn die aus Deutschland und anderen Ländern gelieferten Tanks müssen ersetzt werden, was für steigende Aufträge für Rheinmetall spricht. Analyst Sven Veer von der Bank UBS schrieb, dass der Markt bereits begonnen habe, das Szenario einzupreisen, das jetzt im Regenmetallpreis eintritt. Die Aktie des Verteidigungselektronikherstellers Hanseldt stieg um 2,1 Prozent auf den höchsten Stand seit April 2022.

Auch Lesen :  Zahlen präsentiert: Amazon-Aktie bricht nachbörslich an der NASDAQ massiv ein: Amazon enttäuscht bei Umsatz und Ausblick | Nachricht

Neues US-Verfahren gegen Google

Die US-Regierung hat eine Klage gegen den Internetkonzern Google wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens eingereicht. Generalstaatsanwalt Merrick Garland sagte gestern Abend, dass die Dominanz von Google in der digitalen Werbung Verbrauchern und Werbetreibenden schade. Das Unternehmen will seine Machtposition nutzen, um Konkurrenten aufzukaufen und Werbetreibende zur Nutzung von Google-Produkten zu zwingen, indem es den Zugang zu Konkurrenzangeboten erschwert. Acht US-Bundesstaaten haben sich der in Virginia eingereichten Klage angeschlossen.

Easyjet verspricht wieder Profitabilität

Die Aktien des Billigfliegers Easyjet sind um bis zu zehn Prozent gestiegen. Nach drei verlustreichen Jahren in der Corona-Krise rechnet die Airline für das Gesamtjahr mit einem Gewinn, der höher ausfallen dürfte als bisher an der Börse erwartet. Trotz der unsicheren Wirtschaftslage werde EasyJet dank der höheren Nachfrage die Marktprognosen von 126 Millionen Pfund (143 Millionen Euro) Betriebsgewinn übertreffen, sagte die Fluggesellschaft. Ebenso wie Easyjet meldeten zuletzt auch Ryanair und Eurowings starke Buchungszuwächse im Januar.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button