C&A-Chefin Giny Boer: “Stylish hat nichts mit supermodisch zu tun”

Stand: 12.11.2022 16:51 Uhr

Nach schweren Verlusten wird C&A für zwei Jahre saniert. Ein Interview mit CEO Ginny Boyer zeigt, dass es bei der Bekleidungskette viele Pläne gibt – aber noch große Probleme.

tagesschau. de: Was ist Ihr erster Eindruck, wenn Sie durch Fußgängerzonen gehen?

Jenny Boyer: Es geht nicht nur um Eindrücke. Das sind die Fakten. Schon vor Corona gab es einen starken Trend zum Online-Handel. Während der Corona-Zeit ist es rasant gewachsen. Corona ist immer noch da. Wir wissen nicht, was als nächstes passiert und was die Kunden tun werden. Aber ich war wirklich überrascht, wie stark und wie schnell die Kunden wieder in die Läden kamen.

tagesschau. de: In vielen Kaufhäusern und Einkaufszentren ist das Erdgeschoss der einzige größere Kundenstamm. Was soll aus den vier, fünf, sechs Stockwerken hohen Betonschlössern in den Städten werden, die den Charme der Siebziger versprühen?

der Junge: Generell gilt: Wir brauchen eine Wohnung in Deutschland. Erstellen Sie schöne Wohnungen aus Gebäuden! Aber bitte nicht den Eindruck erwecken, dass wir in Zukunft Wohnungen bauen: Uns gehören die Gebäude nicht, aber wir geben die zusätzlichen Flächen an die Vermieter zurück. Konkrete Konditionen besprechen wir derzeit mit unseren Vermietern.

Die Böden gehen an die Vermieter zurück

tagesschau. de: Sie veröffentlichen nicht, wie viele Geschäfte C&A schließt. Wie viel Platz lassen Sie in Deutschland?

der Junge: Wie viel Fläche? Ich weiß nicht. Wir analysieren unsere Liste der Geschäfte. Zu große Läden sind undenkbar. Wir geben die Böden an unsere Vermieter zurück oder finden eine andere Verkaufsstelle.

tagesschau. de: Wie viele Mitarbeiter bauen Sie ab?

der Junge: Ja! Wir suchen Mitarbeiter im Vertrieb – hauptsächlich in Deutschland. Und wir suchen Leute für das Digital Business.

tagesschau. de: C&A steht für billige Kleidung und hat den Ruf, nicht hipp zu sein. Was möchten Sie ändern?

der Junge: Wir ändern viel. Wir verändern C&A mit allem, was das neue Management tut. Wir werden überall moderner. Schau dir an, was ich trage: Es ist viel stylischer als vorher. Wir verändern Unternehmen. Wir haben bereits 730 Filialen ersetzt oder renoviert oder sind in bessere Lagen umgezogen.

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tagesschau. de: Es gibt einen treuen Kunden mit kleinem Budget, der nicht zu Primark oder Keck gehen möchte. Was tun Sie, um diesen Kunden nicht zu erschrecken?

der Junge: Ich habe keine Angst, dass wir Kunden verlieren. Wenn ich durch die Fußgängerzonen gehe und sehe, was die Leute tragen, dann passt es zu uns. Stylisch hat nichts mit Supermode zu tun. Wir verkaufen langlebige Basics: die Kleidung, die Sie jeden Tag tragen. Und stylisch sollte es auch sein.

“400.000 umweltschonend hergestellte Gene”

tagesschau. de: C&A verkauft Kleidung unter seiner eigenen Marke. Sie haben jetzt in Mönchengladbach eine Laborfabrik für Jeans gegründet. Warum wechseln Sie vom Händler zum Hersteller?

der Junge: Wir lernen aus unserer eigenen Produktion, was bei unseren Lieferanten funktioniert und was nicht. Außerdem können wir schneller auf Trends reagieren als bei Herstellern in Fernasien. Und wir sind stolz darauf, dass Mönchengladbach eine grüne Fabrik ist. In diesem Jahr werden 400.000 Jeans umweltfreundlich mit erneuerbarer Energie produziert.

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tagesschau. de: C&A war im Online-Geschäft recht schwach. Wie soll es weitergehen?

der Junge: Wir haben einen neuen Online-Shop. Wir arbeiten mit Zalando und Amazon zusammen. Es wird jedes Jahr besser und wir wachsen online stärker als unsere Konkurrenz.

tagesschau. de: Der letzte C&A-Geschäftsbericht erwähnt die finanzielle Unterstützung durch die Eigentümerfamilie Breninkmeijer. Diese Garantie ist vor sechs Wochen abgelaufen. Gibt es eine neue für Ihr Unternehmen?

der Junge: Wir sind ein privates Familienunternehmen und diskutieren Geschäftskennzahlen nicht öffentlich.

tagesschau. de: Ihr Wirtschaftsprüfer schreibt über ein potenzielles Risiko für C&A ohne finanzielle Garantien. Dies ist ein kritisches Thema.

der Junge: Wir sprechen nicht öffentlich darüber.

tagesschau. de: Frau Boyer, als Sie mitten in der Corona-Krise die Geschäftsführung übernommen haben, hat C&E täglich fast eine Million verloren. Haben sich die Zahlen verbessert?

der Junge: Ja, natürlich. Und ich weiß auch, wie viel.

Interview mit Ingo Nathusius, Mr

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