100 bewaffnete Gefangene: Aufruhr in Londoner Abschiebezentrum – Sicherheitskräfte im Einsatz

im Ausland 100 Waffen beschlagnahmt

Unruhen im London Deportation Centre – Sicherheitskräfte im Einsatz

Wie das Scheitern des „Ruanda-Plans“ Boris Johnson in die Hände spielte

Großbritannien plant Migranten per Charterflug nach Ruanda zu schicken, unabhängig von ihrer ursprünglichen Herkunft. Der Plan ist höchst umstritten und wurde nun vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte niedergeschlagen. Stephanie Bolt erklärt, wie Scheitern für Boris Johnson Karten spielt.

Im Abschiebezentrum des Londoner Flughafens kam es am Samstag zu Ausschreitungen. Angeblich sollen 100 Gefangene beteiligt sein. Einige bewaffnete Männer der Gruppe wurden gesehen. Zuvor gab es Stromausfälle für mehr als 24 Stunden.

ichIm Abschiebezentrum des Londoner Flughafens Heathrow kam es am Samstagmorgen zu Zusammenstößen zwischen Gefangenen. Im zentralen Hof hatte sich nach Angaben des britischen Innenministeriums eine bewaffnete Gruppe von Menschen versammelt. Polizei und Strafverfolgungsbehörden seien vor Ort, teilte das Ministerium mit. Gleichzeitig mit den Stromausfällen kam es zu Unruhen.

Laut BBC wurde bei dem Vorfall zunächst niemand verletzt. Der Guardian und die BBC berichteten, dass rund 100 Gefangene an dem Protest beteiligt waren. Demnach soll der Stromausfall, der 24 Stunden andauern soll, ausgelöst werden. Ob die Stromversorgung wiederhergestellt werden kann, war zunächst unklar. Etwa 100 Menschen mussten aus dem Zentrum verlegt werden, um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen. Auch dagegen richteten sich Proteste in Harmondsworth.

Kritik an der Regierung für ihren Umgang mit Migranten

Der Vorfall ereignet sich zu einer Zeit, in der die britische Regierung wegen ihrer Behandlung von Migranten unter Beschuss steht. Kürzlich machte eine Frühaufnahmeeinrichtung am Ärmelkanal wegen Überfüllung und inakzeptabler Bedingungen Schlagzeilen.

In dem Zentrum in Kent County, das ursprünglich nur für 1.600 Menschen ausgelegt war, seien derzeit doppelt so viele Migranten – also geschätzte 3.500 – eingelassen, wie der britische Immigrationsminister Robert Jenrick einräumte. Die Regierung wurde wegen der bevorstehenden gerichtlichen Überprüfung kontaktiert.

Medienberichten zufolge warf eine junge Frau einen Flaschenbrief an die Bar, in dem stand, dass die Schwangeren und Kranken im Lager dringend Hilfe benötigten. In den letzten Tagen wuchs die Besorgnis über die Ausbreitung der Krankheit.

Auch außerhalb des Lagers läuft nicht alles nach Plan: Laut einem Bericht des Guardian wurden am Dienstagabend rund ein Dutzend Flüchtlinge, die in neue Unterkünfte umgesiedelt werden sollten, ohne Informationen, Nachschub oder eine neue Unterkunft sich selbst überlassen die Anschrift. Am Bahnhof London Victoria.

Bisher haben in diesem Jahr mehr als 38.000 Menschen den Ärmelkanal nach Großbritannien überquert – deutlich mehr als im Vorjahr. Die konservative Regierung will Migranten unabhängig von ihrem Asylstatus nach Ruanda ausfliegen.

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